Foto: Matthias Merz

Rein in Bayerns Freiheit

Liebe Lesende,

über den Begriff „Freiheit“ lässt sich wunderbar philosophieren. Man kann ihn aber auch ganz praktisch angehen. Genau das haben wir vergangene Woche auf unserer Fraktionsklausur in Nürnberg gemacht. Das Motto: „Raus aus Öl und Gas. Rein in Bayerns Freiheit.“ Denn solange wir auf fossile Energieträger angewiesen sind, bleiben wir anfällig für Krisen, Lieferengpässe und die Launen von Autokraten. Das bekommen wir gerade deutlich zu spüren, an der Tankstelle ebenso wie bei den Heizkosten.

Die gute Nachricht: Es gibt einen anderen Weg. Die erneuerbaren Energien schützen nicht nur unser Klima, sie machen uns auch unabhängig. Sonne und Wind gehören uns allen – und niemand kann sie einfach abdrehen. Genau das macht sie zu echten Freiheitsenergien. Indem wir sie vor Ort erzeugen und speichern, schaffen wir Arbeitsplätze und stärken unsere Wirtschaft. Einige beeindruckende Unternehmen aus Bayern haben uns vorgestellt, was sie schon jetzt alles möglich machen, von kalter Nahwärme bis hin zu Mini-Speichern. Das hat mir wieder einmal gezeigt: An klugen Köpfen und guten Ideen mangelt es ganz sicher nicht.

Unseren Plan für die Energiewende könnt ihr auch in unserem Klausurpapier nachlesen. Und wer einen kompakten Eindruck von den besten Klausur-Momenten möchte, sollte unbedingt hier klicken.

Natürlich hat Freiheit viele Facetten. Deshalb haben wir bei unserem Klausur-Frühschoppen darüber gesprochen, was Bayern stark und unabhängig macht. Unsere Gäste waren Joe Kaeser, Aufsichtsratsvorsitzender von Siemens Energy und Daimler Truck, sowie Philipp Lahm, Weltmeister-Kapitän von 2014, Unternehmer und Gründer der Philipp-Lahm-Stiftung. Wir sind uns einig: Innovation und Bildung treiben unser Land voran, Engagement und Ehrenamt halten es zusammen. Freiheit entsteht genau dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen und gemeinsam etwas bewegen.

💨 Frischer Wind im Süden

Wenn wir darüber reden, mehr Freiheitsenergien nach Bayern zu holen, fällt eines schnell auf: Im Norden Deutschlands drehen sich weitaus mehr Windräder als bei uns im Süden. Allein in Bayern gibt es über 300 Windräder, die zwar genehmigt sind, aber bislang nicht gebaut werden konnten. Ein Grund dafür liegt im bundesweiten Ausschreibungssystem. Anlagen in Süddeutschland gehen hier viel zu oft leer aus.

Deshalb machen wir uns gemeinsam mit Unternehmen und Verbänden für eine Südquote stark: Ein Teil der Ausschreibungen soll künftig für Windkraft in Süddeutschland reserviert sein. Je mehr Energie wir vor Ort erzeugen, desto weniger müssen wir über weite Strecken durchs Land transportieren. Jetzt ist Markus Söder gefragt: Er muss sich in Berlin für die Südquote einsetzen – denn Windräder, die es nur auf dem Papier gibt, liefern noch keinen Strom.

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🌞 Freiheitsenergien zum Anfassen

Von kleinen Käfern bis zu riesigen Energiespeichern – auch unser zweiter Klausurtag hatte so einiges zu bieten. Im Tiergarten Nürnberg haben wir uns ein Paradebeispiel dafür angeschaut, wie Energiewende vor Ort aussehen kann: Mit einem Gesamtkonzept aus Photovoltaik, Wärmenetzen, Gebäudesanierung und innovativen Technologien macht sich der Zoo auf den Weg in Richtung Energie-Unabhängigkeit.

Außerdem wurden wir im Tiergarten daran erinnert, dass manchmal ausgerechnet die Kleinsten ganz Großes leisten. Der fleißige Pillendreher, ein Käfer, trägt ganz aktiv zum Schutz unserer Ökosysteme bei. Aus dem Grund haben meine Abgeordneten-Kolleg*innen und ich nur zu gerne eine Zoo-Patenschaft für diese Tiere übernommen.

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🌊 Der Akku der Energiewende

Von kleinen Tieren ging es danach zum Abschluss der Klausur zu einem echten Giganten: dem Pumpspeicherkraftwerk Happurg. Hinter dem etwas komplizierten Namen verbirgt sich im Grunde ein riesiger Akku. Wenn gerade viel Strom aus Sonne und Wind da ist, wird Wasser in ein höher gelegenes Becken gepumpt. Später kann es dann wieder hinunterfließen und dabei Strom erzeugen.

Wenn die Sanierung 2028 abgeschlossen ist, wird dieses Kraftwerk zu Bayerns wichtigstem Energiespeicher. Es sorgt dafür, dass die Kraft der Freiheitsenergien uns auch dann zur Verfügung steht, wenn gerade keine Sonne scheint und kein Wind weht. Ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie wir uns mit kluger Technologie unabhängiger machen können.

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💬 Mit euch ins Gespräch

Papiere, Anträge, interne Diskussion – all das gehört zu einer Klausur dazu. Aber mindestens genauso wichtig war es uns, mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen. Alle, die Interesse hatten, konnten beim Bürger*innen-Dialog mit uns über die Themen reden, die sie beschäftigen: von Energiepreisen über Bus und Bahn bis hin zur Zukunft des Wirtschaftsstandorts Bayern.

Ich konnte vieles aus diesen Gesprächen mitnehmen. Herzlichen Dank an alle, die dabei waren, Fragen gestellt und ihre Ideen eingebracht haben. Von diesem Austausch lebt gute Politik.

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📚 Nachsitzen für die Staatsregierung

Natürlich gab es diese Woche auch noch andere Themen. Leider hat sich dabei gezeigt: In Sachen Schule braucht die Staatsregierung Nachhilfe. Der Ministerpräsident kündigt mehr Musikunterricht für Bayerns Grundschulen an. Eigentlich eine gute Sache – aber es war doch seine Regierung, durch deren PISA-Offensive rechnerisch über 40 Prozent der Musikstunden gestrichen wurden. Und wie mehr Unterricht ohne zusätzliche Lehrkräfte funktionieren soll, konnte uns Markus Söder bislang nicht erklären.

Dann wäre da noch der neue „Masterplan“ zur Lehrkräftebildung. Mehr Praxis, engere Betreuung, bessere Vorbereitung auf den Schulalltag – alles richtig und überfällig. Aber die großen Fragen bleiben offen: Warum kein Bachelor-Master-System? Warum kein gemeinsames Basisstudium? Außerdem soll die Reform erst 2029 starten. Bei akutem Lehrkräftemangel ist das wie eine zu spät abgegebene Hausaufgabe.

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Passend zum Thema unserer Klausur dürfte ich mir die Freiheitsenergien neulich noch aus einer ganz besonderen Perspektive anschauen – und zwar ziemlich hoch oben! Bei Markt Erlbach bin ich auf eines der neuen Windräder gestiegen. Nicht nur die Aussicht ist beeindruckend: Eine einzige Umdrehung reicht aus, um ein Handy rund 300 Mal zu laden. Auf Instagram nehme ich euch mit in die luftigen Höhen. Und zum Abschluss ein kleiner Spaß: Unter diesem Post konnt ihr euch überlegen, neben welchen Politiker*innen ihr am liebsten am Wiesn-Tisch sitzen würdet.

Damit wünsche ich euch ein großartiges Wochenende und eine spannende Lektüre unserer Themen.


Eure
Katharina Schulze 
Fraktionsvorsitzende

Termine

28. September 2026 | 18:30 Uhr | Webinar
Jobmotor statt Wirtschaftskiller – Energiewende-Fakten statt Mythen

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01. Oktober 2026 | 18:00 Uhr | Bayerischer Landtag
Frauen gestalten Sport: Vernetzung im Bayerischen Landtag

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08. Oktober 2026 | 18:00 Uhr | Webinar
Warum Bus und Bahn mehr bringen als kosten – Die Gesamtwertschöpfung im ÖPNV

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12. Oktober 2026 | 17:00 Uhr | Bayerischer Landtag & Livestream
Dialog Psychische Gesundheit: Under Pressure? Mental Health@work

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14. Oktober 2026 | 18:00 Uhr | Bayerischer Landtag
Science Summit I Zukunft der Arbeit

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24. Oktober 2026 | 10:30 Uhr | Hotel Weisses Ross, Memmingen
Regionalkonferenz Schwaben "Pünktlich wie die Eisenbahn"

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Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Bayerischen Landtag
Lena Motzer
Maximilianeum
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Deutschland

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