Luxusgut Schatten

Liebe Lesende,

Jalousien runter, körperliche Anstrengung meiden, in kühlen Zimmern aufhalten – diese Hitzetipps kennen wir inzwischen wohl alle. Aber wer in einer schlecht isolierten Dachgeschosswohnung lebt, wird sie nicht mit Jalousien allein kühl halten können. Und was ist mit den Menschen, die unter freiem Himmel arbeiten – auf dem Bau, in den Straßenmeistereien, in der Landwirtschaft?

Die Klimakrise trifft uns alle, aber sie trifft uns nicht alle gleich. Hitzeschutz ist deshalb immer auch eine soziale Frage. Es macht einen großen Unterschied, ob vor meinem Haus ein schattenspendender Baum oder eine große Asphaltfläche liegt. Begrünte Dächer und Fassaden, Entsiegelung, mehr Grünflächen und Orte zum Abkühlen: Diese Maßnahmen machen unsere Städte und Dörfer für alle lebenswerter – und sie sorgen dafür, dass Schutz vor Hitze keine Frage des Geldbeutels ist.

Darum wollen wir endlich einen Hitzeschutzplan für Bayern. Kühle Räume und Trinkwasser müssen öffentlich zugänglich sein. Regenwasser müssen wir in der Landschaft halten, damit es uns dann zur Verfügung steht, wenn wir es am meisten brauchen. Unsere Landwirtinnen und Landwirte müssen gegen die zunehmende Trockenheit gewappnet sein, und unsere Feuerwehren gegen Waldbrände und andere Katastrophen. Wir dürfen nicht nur von Hitzewelle zu Hitzewelle denken. Echter Bevölkerungsschutz beginnt lange bevor das Thermometer die 30-Grad-Marke knackt. Lasst uns Bayern jetzt hitzefest machen – und dabei vor allem an die Menschen denken, die der Hitze besonders ausgeliefert sind.

💡 Damit uns nicht das Licht ausgeht

Selbstgebaute Raketen, mit denen Umspannwerke lahmgelegt werden sollen – klingt nach Agententhriller, ist aber gerade in Deutschland passiert. Und das ist nur einer von mehreren Angriffen auf unsere Infrastruktur in den vergangenen Tagen. Hybride Bedrohungen nehmen zu. Das heißt für uns: Auch Bayern muss sich auf die veränderte Sicherheitslage einstellen.

Dazu gehören regelmäßige Übungen, was bei einem großflächigen Stromausfall zu tun ist. Außerdem wollen wir besonders gefährdete Anlagen vorsorglich auf mögliche unentdeckte Sabotage kontrollieren. Wenn Umspannwerke oder Kraftwerke ausfallen, kann das schnell große Teile unseres Alltags lahmlegen. Gerade jetzt, wo die dunkle und kalte Jahreszeit bevorsteht, dürfen wir bei der Energieversorgung keine bösen Überraschungen riskieren. Übrigens: Die Freiheitsenergien helfen auch hier – denn sie machen uns viel unabhängiger von einzelnen Großanlagen.

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💧 Auf Regen hoffen reicht nicht

Kein Landwirtschaftsminister und keine Landwirtschaftsministerin kann es regnen lassen. Aber das ist noch lange kein Grund, vor der Klimakrise zu kapitulieren. Wenn die Trockenheit unsere Felder verdorren lässt und die Höfe in Existenznot treibt, muss die Politik handeln. Deshalb hat Markus Söder Post von uns bekommen: In einem Offenen Brief appellieren wir an ihn, die bayerische Landwirtschaft zu schützen.

Denn wir sind gegenüber den Herausforderungen alles andere als machtlos: Zunächst einmal können wir den betroffenen Betrieben schnelle und unbürokratische Unterstützung zukommen lassen. Und natürlich können wir helfen, die Landwirtschaft an die sich verändernden Bedingungen anzupassen: Wasser besser in der Fläche halten, sparsame Bewässerung fördern und mehr Beratung anbieten. Unsere Landwirtinnen und Landwirte sichern unsere Lebensmittelversorgung – sorgen wir dafür, dass sie das auch in Zukunft können.

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🌱 Auf den Spuren der Ewigkeitschemikalien

Der Name ist Programm: PFAS werden auch Ewigkeitschemikalien genannt, weil sie sich in der Umwelt kaum abbauen und über lange Zeit in Böden und Gewässern anreichern können. Sie stecken unter anderem in Pflanzenschutzmitteln und gelangen so in unsere Landschaft. Da wäre es doch hilfreich zu wissen, welche Pestizide auf Bayerns Feldern eingesetzt werden, wo die Natur mit PFAS belastet ist, und welche Kosten daraus entstehen.

Diese Fragen haben wir der Staatsregierung gestellt – und auf keine davon konnte man uns eine Antwort geben. Sicher ist nur, dass der Freistaat selbst keine weiteren Maßnahmen ergreifen will, um PFAS zu reduzieren. Das ist gelinde gesagt erstaunlich. Immerhin geht es um die Gesundheit der Menschen in Bayern. Wir fordern deshalb ein landesweites Monitoring sowie mehr Unterstützung für die Kommunen und die Wasserversorger. Bei Chemikalien, die sich quasi ewig halten, ist es keine gute Strategie, das Problem auszusitzen.

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Foto: Christian Zwanziger

❌ Frauenhass ist keine Meinung

Wenn Frauen bedroht, beleidigt oder sogar attackiert werden, nur weil sie Frauen sind, ist das menschenfeindlich und abstoßend. Neunundsechzig solcher Straftaten wurden letztes Jahr in Bayern registriert – dreimal so viele wie noch 2023. Wir fordern deshalb schon lange eine Meldestelle für Antifeminismus. Ich frage mich: Wie stark müssen die Zahlen noch zunehmen, bis die Staatsregierung erkennt, dass hier dringend gehandelt werden muss?

Dieser Anstieg ist Teil einer größeren Entwicklung, die uns Sorge machen muss. Hasskriminalität insgesamt hat im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht: 2.084 Fälle, rund 70 Prozent davon begangen von Täterinnen und Tätern aus dem rechten Milieu. Kämpfen wir gemeinsam für ein Bayern, in dem alle sicher leben können, unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Religion.

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🚗 Der Markt fährt elektrisch

Während Markus Söder sich an Diesel und Benzinern festklammert, hat sich der Markt längst anders entschieden: Absatzmärkte für Verbrenner brechen ein, E-Autos legen kräftig zu. Doch anstatt die bayerische Autoindustrie fit für die Zukunft zu machen, pickt sich der Ministerpräsident die Kritik an einer Messmethode heraus, um die Mobilitätswende infrage zu stellen.

Dabei ist die Sache ein klassischer Win-Win: Wenn Bayerns Autobauer bei Elektromobilität vorne mitspielen, sichern sie sich einen wichtigen Wettbewerbsvorteil. Gleichzeitig sind E-Autos viel klimaschonender als Verbrenner – und dieser Vorsprung wächst mit jeder Solaranlage, jedem Windrad, und jedem klimafreundlich produziertem Bauteil. Höchste Zeit, endlich die Bremse zu lösen und bei der Elektromobilität aufs Tempo zu drücken.

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💻 Abhängig heißt angreifbar

Könnt ihr euch eine Feuerwehrübung ohne Feuerwehr vorstellen? Oder einen Schwimmunterricht ohne Becken? So ein ähnliches Kunststück hat die Staatsregierung diese Woche fertiggebracht: eine Pressekonferenz über Cybersicherheit – ohne Digitalminister. Das wäre fast lustig, wenn es nicht so ernst wäre. Denn Cyberangriffe werden eine immer größere Gefahr für unsere Behörden, Unternehmen und Infrastruktur.

Darum wollen wir, dass Bayern digital auf eigenen Beinen steht. Mit der Abhängigkeit von US-amerikanischen Tech-Konzernen muss Schluss sein. Bei Software und Rechenzentren sollten wir auf europäische Anbieter setzen. Dazu gehört für uns auch: Wir müssen die bayerische Polizei unabhängig von der problematischen Analysesoftware Palantir machen. Unsere digitale Sicherheit ist zu wichtig, um sie anderen zu überlassen.

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Wer in München oder in einer anderen bayerischen Stadt eine Wohnung sucht, kennt den Frust: Bezahlbarer Wohnraum ist schwer zu finden. Darüber habe ich gemeinsam mit Mayra Vriesema, Werner Graf und Belit Onay einen Gastbeitrag für den „grünblog“ geschrieben. Unsere Idee: Viel mehr ungenutzte Büros in Wohnfläche umwandeln. 12,5 Millionen Quadratmeter Büroflächen stehen deutschlandweit leer – das ist viel verschenktes Potenzial. Schuld daran sind vor allem politische Rahmenbedingungen. Die können wir ändern. Wie das gehen kann, könnt ihr gerne im Artikel nachlesen.

Oder, wenn euch zum Abschluss eher nach etwas Flauschigem zumute ist: Auf Instagram findet ihr die treuen tierischen Begleiter meiner Fraktionskolleginnen und -kollegen. Welcher davon am niedlichsten ist? Ich könnte mich nicht entscheiden. Macht euch am besten selbst ein Bild.

Damit wünsche ich euch ein großartiges Wochenende und eine spannende Lektüre unserer Themen.


Eure
Katharina Schulze 
Fraktionsvorsitzende

Termine

17. September 2026 | 18:30 Uhr | Seminaris Hotel Nürnberg
Bürgerdialog "Freiheitsenergien - selbst erzeugt, sicher versorgt!"

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Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Bayerischen Landtag
Lena Motzer
Maximilianeum
81627 München
Deutschland

www.gruene-fraktion-bayern.de