Liebe Lesende,
Jalousien runter, körperliche Anstrengung meiden, in kühlen Zimmern aufhalten – diese Hitzetipps kennen wir inzwischen wohl alle. Aber wer in einer schlecht isolierten Dachgeschosswohnung lebt, wird sie nicht mit Jalousien allein kühl halten können. Und was ist mit den Menschen, die unter freiem Himmel arbeiten – auf dem Bau, in den Straßenmeistereien, in der Landwirtschaft?
Die Klimakrise trifft uns alle, aber sie trifft uns nicht alle gleich. Hitzeschutz ist deshalb immer auch eine soziale Frage. Es macht einen großen Unterschied, ob vor meinem Haus ein schattenspendender Baum oder eine große Asphaltfläche liegt. Begrünte Dächer und Fassaden, Entsiegelung, mehr Grünflächen und Orte zum Abkühlen: Diese Maßnahmen machen unsere Städte und Dörfer für alle lebenswerter – und sie sorgen dafür, dass Schutz vor Hitze keine Frage des Geldbeutels ist.
Darum wollen wir endlich einen Hitzeschutzplan für Bayern. Kühle Räume und Trinkwasser müssen öffentlich zugänglich sein. Regenwasser müssen wir in der Landschaft halten, damit es uns dann zur Verfügung steht, wenn wir es am meisten brauchen. Unsere Landwirtinnen und Landwirte müssen gegen die zunehmende Trockenheit gewappnet sein, und unsere Feuerwehren gegen Waldbrände und andere Katastrophen. Wir dürfen nicht nur von Hitzewelle zu Hitzewelle denken. Echter Bevölkerungsschutz beginnt lange bevor das Thermometer die 30-Grad-Marke knackt. Lasst uns Bayern jetzt hitzefest machen – und dabei vor allem an die Menschen denken, die der Hitze besonders ausgeliefert sind.
|