Liebe Lesende,
was tun, wenn die Klimakrise unsere Flüsse austrocknet? Wenn es nach der Staatsregierung geht, lautet die Antwort: Wir baggern die Flüsse tiefer. Genau das soll an der Donau passieren, damit Frachtschiffe auch bei Niedrigwasser fahren können. Klingt absurd? Ist es auch. Klar: Wir müssen Lösungen finden, damit unsere wichtigen Wasserstraßen auch in Zeiten der Klimaerhitzung weiter funktionieren. Aber tiefer zu graben, bringt uns keinen einzigen Tropfen zusätzliches Wasser. Im Gegenteil: Schlimmstenfalls fließt das vorhandene Wasser dadurch sogar noch schneller ab.
Ich bin deshalb überzeugt: Wir müssen größer denken. Zum einen brauchen wir Schiffe, die mit niedrigen Wasserpegeln zurechtkommen. Vor allem aber müssen wir dafür sorgen, dass mehr Wasser in der Landschaft bleibt. Gesunde Böden und lebendige Auen speichern Regen, um ihn dann nach und nach wieder abzugeben. Davon profitieren unsere Flüsse und gleichzeitig auch unser Grundwasser und die Landwirtschaft – kurz gesagt: wir alle.
Die Klimakrise stellt uns vor immer neue Herausforderungen. Solange wir nur die Symptome bekämpfen, werden wir den Veränderungen ständig hinterherlaufen. Das ist ineffektiv und teuer. Wir müssen an die Ursachen ran und unsere Natur fit für die Bedingungen von heute und morgen machen.
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