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Die stille Krise

Liebe Lesende,

wenn wir unseren Wasserhahn aufdrehen, fließt das Wasser. Das ist für uns so normal, dass wir im Alltag nie darüber nachdenken. Umso verblüffter sind viele, wenn Städte und Gemeinden in Bayern plötzlich zum Wassersparen aufrufen müssen. Noch sind wir in keiner absoluten Notlage – aber wir sollten auch nicht abwarten, bis es so weit ist. Die Trockenheit der vergangenen Wochen zeigt, wie verletzlich unsere Trinkwasserversorgung geworden ist. Und die Klimakrise nimmt gerade erst Fahrt auf.

Was mich schockiert: Von Markus Söder und seiner Regierung hört man dazu bislang kein Wort. Und das, nachdem sie – entgegen unseren Warnungen – erst vor ein paar Monaten die Chance verpasst hat, unser Grundwasser besser zu schützen. Während die Staatsregierung sich in Schweigen hüllt, zeigen Städte wie München gerade, wie gutes Krisenmanagement aussieht: nicht ignorieren, nicht schönreden, sondern ehrlich kommunizieren und aktiv Wasser sparen. Genau das würde ich mir auch von unserem Ministerpräsidenten wünschen. Er sollte jetzt einen Krisenstab einberufen und den Kommunen unter die Arme greifen.

Wasser war in Bayern lange eine Selbstverständlichkeit. Ich hoffe sehr, dass das auch für unsere Kinder und Enkel so bleibt. Damit das gelingt, müssen wir heute die richtigen Weichen stellen.

🧊 Kühle Räume statt heiße Wohnungen

Wenn es unerträglich heiß wird – so wie vergangene Woche – werden viele Wohnungen zum Backofen. An diesen Tagen brauchen Menschen dringend kühle Orte, an die sie sich zurückziehen können. Einige Städte und Gemeinden haben dafür bereits ihre Bürgerhäuser, Bibliotheken oder Kirchen geöffnet. Wer hinterherhinkt, ist die Staatsregierung: Sie hat keinen echten Überblick, wo es in Bayern schon kühle Räume gibt, und kümmert sich auch nicht um deren Ausstattung.

Wir finden: Da geht deutlich mehr. Es braucht eine bayernweite digitale Karte, damit jede und jeder mit einem Klick den nächstgelegenen kühlen Rückzugsort findet. Außerdem muss die Staatsregierung Standards setzen. Ich denke an kostenloses Trinkwasser, Klimatisierung und barrierefreien Zugang. Und natürlich muss der Freistaat auch das nötige Geld dafür bereitstellen. Wir müssen uns darauf einstellen, dass die nächste Hitzewelle kommt – und uns schon heute dagegen wappnen.

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🤝 Weniger Bürokratie durch mehr Vertrauen

Wir alle waren schon einmal frustriert über die langsamen Mühlen der Bürokratie. Ob es um eine Baugenehmigung, eine Straßensanierung oder einen neuen Spielplatz geht – vieles dauert einfach zu lange. Aber das ist nicht die Schuld der Menschen, die in der Verwaltung arbeiten. Sie sind gezwungen, ihre Entscheidungen in langen Abstimmungsschleifen immer wieder abzusichern, aus Sorge, dass sie für Fehler verantwortlich gemacht werden.

Aus diesem Grund müssen wir die Führungskultur in unseren Verwaltungen verbessern. Dazu hat die Enquetekommission Bürokratieabbau diese Woche ihre Empfehlungen abgegeben. Gute Führung bedeutet, Mitarbeitenden den Rücken zu stärken, Verantwortung zu übertragen und aus Fehlern zu lernen, anstatt sie zu bestrafen. Wer so arbeitet, trifft Entscheidungen schneller und pragmatischer.

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👮‍♀️ Schutz für diejenigen, die uns schützen

Wir verlassen uns jeden Tag darauf, dass unsere Polizei für unsere Sicherheit sorgt. Gerade deshalb müssen wir umgekehrt aber auch die Beamtinnen und Beamten schützen. Wie wichtig das ist, zeigt die folgende Zahl: 3.172 Polizistinnen und Polizisten wurden letztes Jahr durch Angriffe verletzt – so viele wie noch nie seit Beginn der Statistik. Den Betroffenen und allen Einsatzkräften möchte ich herzlich für ihren Einsatz danken.

Dank und Solidarität allein reichen aber nicht. Gewalt gegen die Polizei muss konsequent verfolgt werden. Mindestens genauso wichtig ist wirksame Vorsorge. Auffällig ist, dass etwa 60 Prozent der Tatverdächtigen unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen standen. Hier müssen wir ansetzen: mit besserer Alkoholprävention, sicheren Drogenkonsumräumen und mehr Unterstützung für die Suchthilfe. Denn klar ist: Polizistinnen und Polizisten sollten ihren Beruf so sicher wie möglich ausüben können. Das liegt im Interesse von uns allen.

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🐸 Was Flüsse und Bäche für uns leisten

Noch einmal zurück zum Lebenselixier Wasser: Woran denken wir, wenn es um Flüsse und Bäche geht? Wahrscheinlich an einen schönen Spaziergang oder an Abkühlung an heißen Sommertagen. Dabei leisten sie noch so viel mehr: Sie filtern Schadstoffe, kühlen ihre Umgebung und bieten unzähligen Tieren und Pflanzen einen Ort zum Leben. Intakte Auen schützen uns außerdem vor Überschwemmungen. Kurzum: Gesunde Fließgewässer sind echte Alleskönner.

Genau deshalb dürfen wir nicht tatenlos zuschauen, wie sie immer mehr zerstört werden. Nur noch jedes fünfte Gewässer in Bayern ist in einem guten ökologischen Zustand. Mit unserem Antragspaket wollen wir Flüsse und Bäche besser überwachen, Lebensräume bewahren und Auen wiederherstellen. Damit schützen wir nicht nur die Natur und die Artenvielfalt, sondern auch unser Trinkwasser vor Verschmutzung und unsere Häuser vor Überflutung.

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Die Alpen gehören zu den schönsten Orten, die Bayern zu bieten hat. Und weil diese einzigartige Natur vielen von uns so sehr am Herzen liegt, sollten wir bei Eingriffen besonders vorsichtig sein. Die Staatsregierung allerdings hat mit ihrem sogenannten Dritten Modernisierungsgesetz die Umweltprüfungen beim Bau von Skipisten, Schneekanonen und Liften stark eingeschränkt. Wir Grüne haben früh davor gewarnt, dass das aus unserer Sicht mit europäischem Recht kollidiert.

Foto: Lukas Barth-Tuttas

Ein Gericht hat nun ähnliche Bedenken und hat den Bau der neuen Scheidtobelbahn am Fellhorn vorerst gestoppt. Das Signal an die Staatsregierung ist klar: Umwelt- und Artenschutz sind kein lästiger Papierkram, den man unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaus einfach streichen kann. Wir wollen, dass sich auch zukünftige Generationen noch an unseren Alpen erfreuen können. Und wenn ihr jetzt Lust auf die Berge bekommen habt: Die schönsten Eindrücke meiner letzten Bergwanderung findet ihr auf unserem Instagram-Kanal.

Damit wünsche ich euch ein großartiges Wochenende und eine spannende Lektüre unserer Themen.


Eure
Katharina Schulze 
Fraktionsvorsitzende

Termine

13. Juli 2026 | 20:00 Uhr | Online
Auswirkungen des Netzpakets und EEG 2027 auf Bayern

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Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Bayerischen Landtag
Lena Motzer
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