Liebe Lesende,
woran denkt ihr als erstes, wenn ich „Bildung“ sage? Vielleicht an komplizierte Mathe-Formeln? An dicke Bücher? Oder an schwierige Fremdsprachen? All diese Dinge sind wichtig, keine Frage. Aber Bildung ist noch mehr als das. Genauso wichtig ist es, mit Kultur in Berührung zu kommen: Dieses eine Theaterstück sehen, das uns lange im Gedächtnis bleibt. Dieses eine Konzert besuchen, das unsere Leidenschaft für Musik entfacht. Kultur hilft uns dabei, die Welt zu verstehen, andere Lebensrealitäten kennenzulernen und selbst kreativ zu werden.
Umso erstaunlicher ist es, wie wenig Geld die Staatsregierung für kulturelle Bildung bereitstellt. Für das laufende Jahr stehen gerade einmal 750.000 Euro zur Verfügung. Damit können nur 25 Projekte gefördert werden. Dass es diese Projekte gibt, ist super – aber viele andere gute Ideen erblicken nie das Tageslicht. Und ganze Regionen wie Unterfranken und die Oberpfalz gehen komplett leer aus. Für uns ist offensichtlich: Der Kulturfonds muss bekannter gemacht und Hürden in der Beantragung müssen abgebaut werden. Gleichzeitig darf nicht beim Kunst- und Musikunterricht oder bei den Musikschulen gespart werden.
Die Staatsregierung behandelt kulturelle Bildung wie einen Luxus, den man sich nur leistet, wenn gerade ein bisschen Geld übrig ist. Dabei hat sie die Kraft, ganz unterschiedliche Menschen und Gruppen zu verbinden. Sie fördert Offenheit, Kreativität und die Lust, Neues kennenzulernen. Jeder Euro für kulturelle Bildung ist am Ende auch eine Investition in den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.
|