Liebe Lesende,
in der Politik werfen wir oft mit Zahlen um uns. Mal ist die Einheit Euro, mal Hektar, mal Kilowattstunde. Da besteht schnell die Gefahr, dass man den Bezug dazu verliert, was diese Zahlen bedeuten. Aber besonders dann, wenn die Einheit Menschen sind, muss man kurz innehalten und sich bewusst machen, worüber man da eigentlich redet.
Wenn also eine Anfrage von uns zeigt, dass es letztes Jahr 1.891 rassistische, ausländerfeindliche und antisemitische Straftaten in Bayern gab, ist das eben mehr als eine Zahl. Hinter jeder einzelnen dieser Taten steht ein Mensch. Eine Person, die beleidigt, bedroht oder angegriffen wurde. Eine Person, die Angst haben musste – und das einfach nur wegen ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer Hautfarbe oder vielleicht ihrem Namen.
Was niemanden überraschen dürfte: Der Großteil dieser Taten kommt aus dem rechtsextremen Milieu. Wo Hass und Hetze an der Tagesordnung stehen, ist der Schritt zur Gewalt eben oft nicht mehr weit.
Ich finde: Dagegen müssen wir uns wehren. Es muss selbstverständlich sein, dass alle Menschen hier sicher und frei leben können – egal, wo sie oder ihre Familien herkommen. Diskriminierung und Gewalt gehen uns alle an. Denn am Ende steht die Frage, in welchem Bayern wir leben wollen. Für mich ist die Antwort klar: in einem, das Vielfalt nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung begreift.
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