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Die Menschen hinter den Zahlen

Liebe Lesende,

in der Politik werfen wir oft mit Zahlen um uns. Mal ist die Einheit Euro, mal Hektar, mal Kilowattstunde. Da besteht schnell die Gefahr, dass man den Bezug dazu verliert, was diese Zahlen bedeuten. Aber besonders dann, wenn die Einheit Menschen sind, muss man kurz innehalten und sich bewusst machen, worüber man da eigentlich redet.

Wenn also eine Anfrage von uns zeigt, dass es letztes Jahr 1.891 rassistische, ausländerfeindliche und antisemitische Straftaten in Bayern gab, ist das eben mehr als eine Zahl. Hinter jeder einzelnen dieser Taten steht ein Mensch. Eine Person, die beleidigt, bedroht oder angegriffen wurde. Eine Person, die Angst haben musste – und das einfach nur wegen ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer Hautfarbe oder vielleicht ihrem Namen.

Was niemanden überraschen dürfte: Der Großteil dieser Taten kommt aus dem rechtsextremen Milieu. Wo Hass und Hetze an der Tagesordnung stehen, ist der Schritt zur Gewalt eben oft nicht mehr weit.

Ich finde: Dagegen müssen wir uns wehren. Es muss selbstverständlich sein, dass alle Menschen hier sicher und frei leben können – egal, wo sie oder ihre Familien herkommen. Diskriminierung und Gewalt gehen uns alle an. Denn am Ende steht die Frage, in welchem Bayern wir leben wollen. Für mich ist die Antwort klar: in einem, das Vielfalt nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung begreift.

 🏠 Wohnen darf kein Luxus sein

Markus Söder betont ja immer gern, dass Bayern in vielen Bereichen Spitzenreiter ist. Beim sozialen Wohnungsbau lässt sich das leider nicht behaupten. Hier fällt der Freistaat im deutschlandweiten Vergleich weit zurück. Während bezahlbarer Wohnraum immer knapper wird, entstehen in Bayern immer weniger geförderte Wohnungen.

Das kommt ganz und gar nicht überraschend. Die Krise am Bau zeichnet sich seit Jahren ab. Wir Grüne haben die Staatsregierung schon lange davor gewarnt, und passiert ist – nichts. Schade, dass bezahlbare Wohnungen nicht durch Sonntagsreden entstehen. Was es stattdessen bräuchte: verlässliche Förderungen, Anreize für Investitionen und neue Ideen, um auch privates Kapital für den sozialen Wohnungsbau zu gewinnen. An Vorschlägen von unserer Seite mangelt es nicht. Jetzt müsste die Staatsregierung nur noch vom Reden ins Handeln kommen.

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🌼 Mehr Wohnungen und weniger Flächenfraß - ja, das geht!

Mehr bezahlbarer Wohnraum? Unbedingt. Aber bitte nicht nach dem Motto „freie Fläche gleich Baufläche“. Bevor die Bagger anrollen, lohnt sich ein Blick auf das, was schon da ist: leerstehende Büros, alte Schulen oder Bauernhöfe, ungenutzte Dachgeschosse, ehemalige Gewerbeflächen… die Möglichkeiten sind vielfältig.

Aber allzu oft scheitern die Versuche, solche Flächen zu Wohnraum umzuwandeln, an komplizierten Vorschriften oder fehlender Unterstützung. Deshalb fordern wir einen echten Umbau-Booster für Bayern: Aufstocken statt versiegeln, umbauen statt abreißen, innerorts bauen statt auf der grünen Wiese. So entstehen neue Wohnungen – ohne dass dafür immer mehr Natur geopfert werden muss.

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❗ Wer arbeitet, muss vom Einkommen leben können

Bezahlbares Wohnen ist ein wichtiger Baustein im Kampf gegen Armut – aber nicht der einzige. Ein neuer Bericht zeigt: Jede achte Person in Bayern ist armutsgefährdet. Besonders bitter: Viele der Betroffenen gehen arbeiten, oft sogar in Vollzeit. Ich bin davon überzeugt: Wer jeden Morgen aufsteht, zur Arbeit geht, und trotzdem kaum über die Runden kommt, muss die Schuld nicht bei sich selbst suchen. Hier muss die Politik Antworten finden.

Viele Lösungen liegen eigentlich auf der Hand: höhere Löhne für Arbeit, die bislang sehr schlecht bezahlt wird, mehr Tarifbindung und bessere Chancen auf Weiterbildung. Aber auch Kinderbetreuung gehört dazu. Denn wenn Familie und Beruf nicht unter einen Hut passen, fehlt am Ende oft genau das Einkommen, das den Unterschied macht. Gute Kitas sind deshalb keine Nebensache. Sie gehören zu den wirksamsten Werkzeugen gegen Armut.

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🏢 Gute Arbeitsplätze sehen anders aus

Wer schonmal eine kaputte Heizung oder ein undichtes Dach hatte, kennt das Problem: Wenn man notwendige Reparaturen zu lange aufschiebt, wird’s am Ende meistens teurer. Genau diesen Fehler begeht die Staatsregierung gerade bei vielen Finanzämtern, wie eine Anfrage von uns zeigt. Mehr als jedes zweite Gebäude der Finanzverwaltung, das dem Staat gehört, müsste dringend renoviert werden. In vielen Fällen bestehen sogar Arbeitsschutzmängel – und teilweise gibt es noch nicht einmal einen Plan, wann diese behoben werden sollen.

Mir geht es dabei vor allem um die Menschen, die dort arbeiten. Wer jeden Tag seinen Job für den Freistaat macht, hat Anspruch auf sichere und vernünftige Arbeitsbedingungen. Deshalb braucht es endlich einen transparenten Sanierungsplan, statt dem Verfall der Gebäude weiter untätig zuzuschauen.

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Zum Schluss noch etwas Persönliches: Am Montag habe ich euch auf TikTok dorthin mitgenommen, wo meine Wurzeln liegen – ins wunderschöne Herrsching am Ammersee. Hier bin ich aufgewachsen – und bis heute bedeutet mir dieser Ort unglaublich viel. Mit ihm verbinde ich so viele prägende Erinnerungen aus meiner Kindheit und Jugend. Ich denke an lange Spaziergänge am See, an endlose Sommertage und daran, wie selbstverständlich die Natur immer Teil meines Alltags war. Ich glaube, daher kommt auch meine Leidenschaft für Umwelt- und Klimaschutz – denn was man liebt, das möchte man bewahren.

Jetzt interessiert mich eure Geschichte: Wo liegen eure Wurzeln? Welcher Ort bedeutet euch besonders viel? Schreibt es gerne unter das Video. Ich freue mich darauf, etwas über euer ganz persönliches „Stück Bayern“ zu erfahren.

Damit wünsche ich euch ein großartiges Wochenende und eine spannende Lektüre unserer Themen.


Eure
Katharina Schulze 
Fraktionsvorsitzende

Termine

14. Juni 2026 | 14:00 Uhr | Würzburg
Bahnkonferenz Unterfranken

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22. Juni 2026 | 16:30 Uhr | Bayerischer Landtag
Mehr Bock auf Demokratie – Politische Bildung in der Schule

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02. Juli 2026 | 17:00 Uhr | Bayerischer Landtag
Investitionsverpflichtung – Was bringt der Film-Booster für Bayern?

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Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Bayerischen Landtag
Lena Motzer
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