Liebe Lesende,
was machen Kinder mit zehn Jahren? Sie spielen Fangen, bauen Baumhäuser, tauschen Sammelkarten – und das ist auch gut so. Was in diesem Alter eigentlich nicht dazugehören sollte: Sorgen um eine Entscheidung, die das gesamte weitere Leben mit beeinflusst. Aber genau das ist am Montag wieder passiert: An tausende Schülerinnen und Schüler in Bayern wurden die Übertrittszeugnisse verteilt. Ein sehr stolzer Moment für einige – purer Stress für viele andere.
Ganz ehrlich: Das ist nicht mehr zeitgemäß. Kaum ein anderes Land steckt seine Kinder so früh in verschiedene Schubladen wie Bayern. Und schlimmer noch: Viel zu oft entscheidet darüber nicht nur die Begabung, sondern auch ganz stark das Elternhaus. Wer privilegiert aufwächst, hat bessere Chancen – selbst bei gleicher Leistung. Das ist ungerecht.
Wir wollen Kindern mehr Zeit geben. Mehr gemeinsames Lernen, mehr Möglichkeiten, das eigene Potenzial zu entfalten. Bildung darf kein Herkunftsschicksal sein – sie sollte fördern, nicht einschränken. Ich als Mama wünsche mir genau das für meine Kinder.
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