Liebe Lesende,
diese Woche will ich ohne Umschweife zur Sache kommen. Das, was Schauspielerin Collien Fernandes angetan wurde, hat mich aufgewühlt. Schockiert. Sprachlos zurückgelassen. Das Schlimmste daran: Es ist kein Einzelfall. Jeden Tag erleben Frauen digitale Gewalt. Ungefragte Nacktbilder, Vergewaltigungsfantasien im Postfach, pornografische Deepfakes. Die Betroffenen bleiben oft allein zurück – mit Angst, Scham und dem Gefühl von Machtlosigkeit. Währenddessen verstecken sich die Täter hinter Bildschirmen. Und ja, wir müssen es klar benennen: Die Täter sind Männer. Nicht alle Männer – aber eben fast immer Männer.
Ich lade alle Männer ein, Teil der Lösung zu sein: Widersprecht, wenn Frauen in blöden Witzen herabgewürdigt werden. Hört zu, wenn Betroffene sprechen. Wir müssen raus aus der Schockstarre. Packen wir diese Wut, die wir gerade spüren, und verwandeln sie in ein sinnvolles Handeln. Ändern wir das Strafrecht – es darf keine Zweifel mehr geben, dass digitale Gewalt strafbar ist. Bieten wir Betroffenen endlich besseren Schutz und Unterstützung. Und ziehen wir die Plattformen der Tech-Konzerne zur Verantwortung. Ich habe riesigen Respekt vor dem Mut von Collien Fernandes, ihren Fall öffentlich zu machen. Und ich verspreche: Wir werden alles dafür tun, dass dieser Mut etwas verändert.
Einen ersten Erfolg konnten wir diese Woche schon feiern. Unser Dringlichkeitsantrag „Frauen schützen und Leben retten: das Gewalthilfegesetz in Bayern rechtzeitig umsetzen!“ wurde gestern im Sozialausschuss mit Stimmen von CSU und Freien Wählern beschlossen. Damit kommt hoffentlich endlich Bewegung in den Gewaltschutz in Bayern.
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