Liebe Lesende,
manchmal reicht es, sich anzuschauen, aus welcher Ecke Applaus und aus welcher Buhrufe kommen, um die Folgen einer Entscheidung abzusehen.
Beim Thema Heizen sollte es den Regierungsfraktionen im Bund daher ganz unwohl werden.
Sie schwingen die Axt gegen das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und ziehen damit eine Schneise durch unsere Gesellschaft: Mieterinnen und Mieter, Handwerk, Wirtschaft, Unternehmen – eine ganze Bandbreite von Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen warnen vor den Folgen. Angesichts steigender CO₂-Preise und Netzentgelte ist kaum kalkulierbar, wie teuer fossiles Heizen künftig wird. Es drohen Kostenfallen, Planungschaos und unverzeihliche Rückschritte beim Klimaschutz. Was für ein Desaster! Und auch unsere Kommunen, die an der kommunalen Wärmeplanung feilen, werden in neue Unsicherheiten geschubst.
Und wer applaudiert? Vor allem die Öl- und Gasindustrie. Den alten Abhängigkeiten wird abermals der rote Teppich ausgerollt.
So verliert die CSU im blinden Anrennen gegen Grüne Politik völlig aus den Augen, was die Bürgerinnen und Bürger in Bayern wirklich wollen: nämlich sauber heizen. Der Freistaat profitiert mit am meisten von den Fördergeldern. Viele Unternehmen und auch Regionen haben die Chancen der Wärmepumpe erkannt. 2025 war sie immerhin die meistverkaufte Heizungsart.
Das Feigenblatt von CDU, CSU und SPD soll jetzt eine „Grüngasquote“ sein. Wer aber denkt, das sei der neue Weg zur Klimaneutralität, wird enttäuscht. Dafür sind die verfügbaren Mengen viel zu knapp. Hier entwickelt sich vielmehr ein neuer Kostentreiber. Am Ende zahlen Hausbesitzer, Mieterinnen und Mieter und unser Mittelstand die Rechnung. Und die fossile Lobby lacht sich ins Fäustchen. |